Start before your Ready

Hier ist er also, mein erster Blogeintrag. Es ist Sonntagmorgen und ich habe keine Ahnung über was ich schreiben soll. Plötzlich fällt mir der Spruch ein „Start before your Ready“. Einfach mal anfangen, ohne gross darüber nachzudenken.

Ich könnte bevor ich diesen Beitrag schreibe, noch 10 Bücher über das perfekte Schreiben lesen, Brainstorming machen für die perfekten Beiträge. Mich weiterbilden über das perfekte Blog Layout, Farbpalette, Sicherheitseinstellungen des CMS usw. Und sonstige Gründe, wieso ich noch nicht starten soll. Was denken wohl die anderen, wenn sie das lesen? Mache ich mich dadurch nicht verletzlich?  Habe ich überhaupt etwas zu sagen?

Ich denke ja, sicher für mich selbst und später einmal für meine Tochter.  Und vielleicht gefällt es ja sogar ein oder zwei anderen Menschen da draussen.

Was ich in letzter Zeit gelernt habe ist, dass Warten selten etwas bringt. Vor allem, wenn es um grössere Projekte geht: Musik veröffentlichen, eine Kunstausstellung machen, ein Buch schreiben, Kinder bekommen –> der perfekte Zeitpunkt wird nie kommen. Hier lohnt es sich einfach mal anzufangen und während dem Weg zu lernen und zu optimieren. Das ist 100-mal effektiver als ewig weiter Wissen anzusammeln, ohne je ins Tun zu kommen.

Auch aus wissenschaftlicher Sicht macht es Sinn, einfach mal zu starten. Oft warten wir auf Motivation, bevor wir anfangen. Doch Studien zeigen: Motivation entsteht oft erst, nachdem wir gestartet sind – nicht vorher. Hier kommt auch der Zeigarnik-Effekt ins Spiel. Der Zeigarnik-Effekt besagt, dass wir uns besser an unerledigte Aufgaben erinnern als an abgeschlossene. Sobald man etwas angefangen hat, entsteht im Gehirn ein innerer Druck, die Sache abzuschliessen resp. weiterzumachen. Auch der Action Bias wird aktiv: Menschen neigen dazu, sich besser zu fühlen, wenn sie aktiv etwas tun – auch wenn sie noch nicht die perfekte Lösung dafür haben.

Ein Beispiel aus meinem Leben: Mein Beatshop (www.shabybeatz.ch). Ich habe ihn ewig vor mir hergeschoben – aus Respekt, aus Perfektionismus, aus dem Gefühl, ’noch nicht bereit‘ zu sein. Als ich dann endlich losgelegt habe, merkte ich: Ich hätte viel früher anfangen können. Und das meiste habe ich sowieso erst unterwegs gelernt.

Meine Frage an dich: Was schiebst du schon lange auf und denkst, ich brauche nur noch x zu lesen, zu lernen, dann kann ich starten? Wie wäre es, wenn du einfach mal startest?

Eine andere gute Frage: Wenn ich heute weiss, dass ich in einem Jahr sterben werde, was möchte ich noch unbedingt erleben oder machen? Wenn dir hier direkt etwas einfällt, plane es jetzt ein und mache den ersten Schritt.

Funfact: Ich habe Ideen für einen Blog seit etwa 10 Jahren – und nie wirklich angefangen, weil ich immer dachte, ich sei noch nicht bereit. Selbst jetzt bin ich mir nicht sicher … aber ich starte einfach mal. Die Seite schliessen kann ich ja immer noch.

Disclaimer: Natürlich gibt’s auch Dinge, bei denen „einfach mal anfangen“ nicht die beste Idee ist. Zum Beispiel: am offenen Herzen operieren, ein Flugzeug fliegen, Auto fahren ohne Führerschein, grosse Geldsummen investieren, einen Löwen zähmen, ein Atomkraftwerk bedienen oder Raketen starten. Da lohnt sich ein bisschen Vorbereitung dann doch 😅

Dein Jona

Comments

2 Kommentare zu „Start before your Ready“

  1. Avatar von Rafael

    Hallo Jona,
    war spanend Dein Blog zu lesen. Zu Dem Gedanken, einfach loslegen möchte ich hinzufügen, dass ich mehrere Ideen habe und Manche, aus Zeitmangel, noch nicht gestartet habe. Dein Gedanke beschäftigt mich und ich freue mich über eine weitere Kommunikation.
    Liebe Grüße, Rafael

  2. Avatar von Jona

    Hallo Rafael,
    vielen Dank für deinen Kommentar! Das kenne ich nur zu gut – meist hat man mehr Ideen und Projekte, als Zeit dafür da ist. Ein Gedanke aus dem Zeitmanagement: Wenn etwas nicht in den Kalender passt, liegt es oft daran, dass es momentan einfach nicht die höchste Priorität hat. Andere Dinge sind wichtiger. Hier kann auch Minimalismus helfen: sich bewusst auf das Wesentliche zu konzentrieren und alles Überflüssige loszulassen.
    Beste Grüsse, Jona

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